Notproviant

  • 08:13:58 pm on März 26, 2010 | 4
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    Spaß an der Knolle

    Kartoffeln sind langweilig? Nicht die Bohne. Gerade für die Resteküche sind Kartoffeln ideal. Sie sind günstig, nahrhaft, lecker und lange haltbar. Und sie lassen sich sehr universell verwenden. Dabei bleibt eine Menge Spielraum für die eigene Kreativität, denn eigentlich kann man kaum etwas falsch machen und es kommt immer etwas Leckeres dabei heraus.

    Hier ein paar Beispiele:
    Fangen wir mit der gewöhnlichen Pellkartoffel an. Kartoffeln waschen und leicht mit Wasser bedeckt ca. 20-25 Minuten kochen. Wichtig ist, die Kartoffeln in kaltem Wasser anzusetzen und langsam warm werden zu lassen. Die Kochzeit wird gemessen, sobald das Wasser siedet.
    Anschließend Kartoffeln in kaltes Wasser geben oder kalt abspülen. Je kälter das Wasser ist, desto leichter lassen sie sich anschließend pellen.

    Pellkartoffeln schmecken mit vielen Beilagen. Kräuterquark, Sahnehering, nur mit Butter und Salz oder mit einem Dressing aus Joghurt, Zwiebeln, Kräutern und Paprika. Natürlich können die Pellkartoffeln auch einfach als Beilage für ein größeres Menü verwendet werden, dann kommt einfach Butter und etwas Petersilie dazu.

    Extra lecker sind sie als Röstkartoffeln. Dabei werden die gepellten Kartoffeln in der Pfanne mit Öl oder Butter knusprig angeröstet und anschließend mit Salz und Pfeffer gewürzt.
    In Norddeutschland kommt auch noch Zucker dazu, der als leichte Karamellschicht die Kartoffeln überzieht. Das passt perfekt zum Grünkohl.

    Wenn noch ein paar Pellkartoffeln vom Vortag übrig sind, gibt es Bratkartoffeln. Dazu werden sie in Scheiben geschnitten und vorsichtig gebraten, in Öl oder Butterschmalz. Zwiebeln und Speck kommen erst zum Schluss dazu, damit nichts anbrennt.

    Wenn mir spanisch zumute ist, dann mache ich „Patatas Bravas“. Das sind Kartoffelwürfel, die roh gebraten werden. Das dauert etwas länger, schmeckt aber großartig, weil sie außen knusprig und innen weich sind. Scharf würzen und ein Dressing nach Wahl dazu, schon ist die Grundlage für spanische Tapas fertig.

    Schneller geht es, wenn die rohen Kartoffeln in dünne Spalten geschnitten werden. Die Schale bleibt dran und muss gründlich gewaschen werden, am besten mit einer Bürste. Das Ergebnis sind dann leckere Potato Wedges oder Country Potatoes. Mit Chilisauce, Kräuterquark oder gwürztem Sauerrahm ist das schon eine ganze Mahlzeit.

    Die Schweizer verarbeiten ihre Kartoffeln gerne zu Rösti. Das ist nicht immer ganz einfach, aber extrem lecker. Dazu werden gekochte Kartoffeln grob gerieben, am besten direkt in die Pfanne mit heißem Fett. Noch besser wird es, wenn schon Zwiebelringe und Speckstreifen in der Pfanne sind. Dann muss die Röstimasse erst fleißig gewendet werden und wenn sie anfängt zu duften wird sie zu einem Kuchen zusammengeklopft. Die größte Kunst ist der Wendevorgang. Mit etwas Übung gelingt das mit einem kräftigen Schwung aus dem Handgelenk. Zum Schluss etwas Käse darauf, zerlaufen lassen und Spass haben.

    Die eher deutsche Variante der Rösti ist der Kartoffelpuffer, der aber aus rohen Kartoffeln, Zwiebeln und Weizenmehl hergestellt wird. Mit Apfelmus wird daraus auch ein schnelles Hauptgericht.

    Im Backofen lässt sich auch so manches mit der Kartoffel anstellen. Halbiert und mit Öl bestrichen lassen sich nette Kräuterhäppchen zaubern. In Folie gewickelt wird eine Backkartoffel daraus, die mit Quark und roten Zwiebeln prima schmeckt, aber ziemlich lange dauert. Und dann gibt es natürlich noch unzählige Arten von Gratins, die ich hier nicht alle aufzählen kann. So nach und nach werde ich aber auch ein paar Gratin-Rezepte aufschreiben.

    Für den Sommer hätte ich noch einige Ideen für Kartoffelsalate anzubieten. Und damit meine ich nicht unbedingt die gewöhnliche Mayonaise-Variante. An meinem Lieblings-Kartoffelsalat arbeite ich vier Stunden. Deshalb gibt’s den auch nur zu besonderen Anlässen.

    Die Liste lässt sich noch länger fortsetzen. Aber das soll ja erst mal nur eine Anregung für alle sein, die keine Lust mehr auf gewöhnliche Salzkartoffeln haben.

    Hab Ihr noch etwas außer Kartoffeln im Schrank? Aufschreiben bitte! Ich mache ein Rezept daraus.

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Comments

  • Bratkartoffelsalat « Notproviant 01:46 on 18. November 2011 | # | Antwort

    […] Kartoffeln habe ich ja schon öfter geschrieben und auch einige Rezepte dazu gibt es hier im […]

  • Rakaniaz 16:46 on 29. März 2010 | # | Antwort

    Ich esse einfach zu selten Kartoffeln. Werde versuchen Sie im Keller aufzubewahren, dann schrumpeln sie mir nicht dauernd weg 😀

  • XiongShui 21:04 on 26. März 2010 | # | Antwort

    Als deutsche Variante des ‚Rösti‘ empfinde ich eher die (rheinischen) Pillekuchen: rohe Kartoffeln werden auf der Raffelreibe in Streifen gerieben, ein paar Zwiebeln (je nach Kartoffelmenge) ebenfalls, ein bis zwei Eier hineinschlagen. Mit Pfeffer, Salz, etwas fr. ger. Muskat würzen. Gut verrühren. Wenn die Masse zu viel Wasser zieht, mische ich etwas Kartoffelmehl darunter, das beeinflusst den Geschmack nicht so wie Mehl. Dann erhitze ich reichlich Butterschmalz (Butaris) in einer eisernen Pfanne und gebe etwa 2 Kellen von dem Teig hinein. Gut verteilen, so daß ein etwa 1 cm dicker Kuchen entsteht. Eine Seite langsam anbräunen lassen. Dann mit Schwung aus dem Handgelek wenden (oder mit dem Küchenhelfer). Wenn die zweite Seite Farbe zieht, einen Deckel drauf und die Hitze etwas zurücknehmen. Ist auch diese Seite angebräunt, ist der Pillekuchen fertig und wird auf einem heißen Teller abgelegt – der zweite kann gebacken werden.

    Hier ißt man den Kuchen entweder mit Apfelkompott, oder man streicht Sirup (Zuckerrübensaft) darauf. Man kann ihn aber auch vierteln oder achteln und als Beilage zu anderen Gerichten essen.

    • orderbyrand 21:24 on 26. März 2010 | # | Antwort

      Stimmt, das ist näher an Rösti. Sieht gut aus und passt perfekt in diese Sammlung.


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